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Fachübersetzung: Definition, Merkmale, Abgrenzung
Eine Fachübersetzung überträgt Texte aus Technik, Recht, Medizin oder Finanzen mit korrekter Terminologie. Wir erklären Merkmale, Normen und Abgrenzung.
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Kurz gesagt
- Eine Fachübersetzung ist die Übersetzung eines Textes, der Fachwissen voraussetzt, etwa aus Technik, Medizin, Recht oder Finanzen.
- Entscheidend ist neben der Sprache die Terminologie: Ein Fachbegriff muss im Zieltext genau das bezeichnen, was er im Original meint.
- Fachübersetzer verbinden eine Übersetzungsqualifikation mit Erfahrung im jeweiligen Fachgebiet. Die ISO 17100 legt dafür Mindestanforderungen fest.
- Eine Fachübersetzung ist nicht automatisch beglaubigt. Die Beglaubigung ist ein eigener, formaler Schritt.
- Ablauf und Preise einer Beauftragung finden Sie auf der Seite Fachübersetzungen bei tolingo.
Was ist eine Fachübersetzung?
Definition
Eine Fachübersetzung ist die Übertragung eines Fachtextes in eine andere Sprache durch einen Übersetzer, der neben beiden Sprachen auch das Fachgebiet beherrscht. Sie gibt Inhalt, Terminologie und Textkonventionen des Originals so wieder, dass Fachleute in der Zielsprache den Text ohne Rückfrage verwenden können.
Fachtexte unterscheiden sich von allgemeinen Texten durch ihre Begriffe. „Baseline" heißt in einer klinischen Studie „Ausgangswert", in der Softwareentwicklung ist es ein festgelegter Stand. Ein Wörterbuch nennt beide Bedeutungen, die richtige ergibt sich erst aus dem Fachgebiet. Wie Unternehmen ihre Begriffe festlegen, erklärt der Eintrag Terminologie.
Hinzu kommen Textkonventionen: Eine Betriebsanleitung folgt anderen Regeln als ein Vertrag oder ein Beipackzettel. Eine Fachübersetzung übernimmt diese Konventionen der Zielsprache, statt den Aufbau des Originals Satz für Satz nachzubilden.
Typische Fachgebiete und ihre Anforderungen
Jedes Fachgebiet hat eigene Begriffe, Textsorten und Fehlerrisiken. Die Tabelle zeigt, worauf es in den häufigsten Gebieten ankommt.
| Fachgebiet | Typische Texte | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Technik | Betriebsanleitungen, Datenblätter, Spezifikationen | Einheitliche Benennung von Bauteilen, Warnhinweise nach Norm |
| Medizin und Pharma | Studienberichte, Packungsbeilagen, Zulassungsunterlagen | Behördlich vorgegebene Formulierungen, exakte Dosierungsangaben |
| Recht | Verträge, AGB, Gerichtsdokumente | Rechtsbegriffe ohne genaue Entsprechung im Zielrechtssystem |
| Finanzen | Geschäftsberichte, Prospekte, Fondsunterlagen | Rechnungslegungsbegriffe, Zahlen- und Datumsformate |
| Marketing | Produkttexte, Kampagnen, Websites | Markensprache und Wirkung im Zielmarkt |
Wer Fachtexte übersetzt
Die Berufsbezeichnung Fachübersetzer ist in Deutschland nicht geschützt. Verbindliche Maßstäbe setzt die Norm ISO 17100 für Übersetzungsdienstleister.
Die ISO 17100 verlangt von Übersetzern einen von drei Nachweisen: einen Hochschulabschluss in Übersetzen, einen Hochschulabschluss in einem anderen Fach plus zwei Jahre Berufserfahrung als Übersetzer oder fünf Jahre Berufserfahrung als Übersetzer. Dazu kommt Fachkompetenz im jeweiligen Gebiet.
Außerdem schreibt die Norm eine Revision vor: Eine zweite qualifizierte Person vergleicht die Übersetzung mit dem Ausgangstext. Eine Fachübersetzung, die als „nach ISO 17100" angeboten wird, umfasst also immer zwei Personen.
Was das für Unternehmen bedeutet
Die Qualität einer Fachübersetzung hängt zu einem großen Teil davon ab, was der Auftraggeber mitgibt. Drei Punkte, die beim Einkauf zählen.
Fachgebiet und Zweck im Auftrag nennen
Wer nur „bitte übersetzen" schreibt, überlässt die Einordnung dem Übersetzer. Nennen Sie Fachgebiet, Zielgruppe und Verwendung: Ein Text für Prüfer einer Behörde wird anders übersetzt als eine Produktbeschreibung für Endkunden.
Terminologie bereitstellen
Ein Glossar mit Ihren freigegebenen Begriffen und ältere Übersetzungen sorgen dafür, dass Ihre Produktnamen und Fachwörter in jeder Sprache gleich lauten. Fehlt beides, entscheidet jeder Übersetzer neu.
Prüfstufe nach Risiko wählen
Für interne Texte genügt oft eine geprüfte maschinelle Übersetzung. Verträge, Anleitungen und Sicherheitshinweise brauchen eine Fachübersetzung mit Revision. Wann welche Stufe passt, zeigt der Ratgeber KI-Übersetzung: wann sie reicht und wann nicht.
Nicht zu verwechseln mit
Fachübersetzung beschreibt die inhaltliche Anforderung an einen Text. Andere Begriffe beschreiben ein Verfahren oder eine Form.
| Begriff | Was er beschreibt | Verhältnis zur Fachübersetzung |
|---|---|---|
| Allgemeine Übersetzung | Texte ohne Fachwortschatz, etwa Korrespondenz | Kein Fachwissen erforderlich |
| Beglaubigte Übersetzung | Bestätigung der Richtigkeit durch einen vereidigten Übersetzer, für Behörden und Gerichte | Kann zusätzlich nötig sein, für Unternehmen etwa über Juristra |
| Post-Editing | Prüfung und Korrektur einer maschinellen Vorübersetzung | Anderes Verfahren, kann ebenfalls Fachwissen erfordern |
| Lokalisierung | Anpassung von Software, Websites oder Produkten an einen Zielmarkt | Schließt Übersetzung ein, dazu Formate und Technik |
Häufige Fragen
Was versteht man unter einer Fachübersetzung?
Die Übersetzung eines Textes, der Fachwissen voraussetzt, durch einen Übersetzer, der das Fachgebiet kennt. Ziel ist ein Zieltext, den Fachleute ohne Rückfrage verwenden können, mit korrekter Terminologie und den Textkonventionen der Zielsprache.
Welche Texte gelten als Fachtexte?
Texte, deren Begriffe nur mit Fachwissen richtig zu verstehen sind: Betriebsanleitungen, Verträge, Studienberichte, Geschäftsberichte oder Software-Dokumentation. Auch Marketingtexte können Fachtexte sein, wenn sie technische Produkte beschreiben.
Muss ein Fachübersetzer studiert haben?
Nicht zwingend. Die ISO 17100 erkennt neben einem Übersetzungsstudium auch einen anderen Hochschulabschluss mit zwei Jahren Übersetzungserfahrung oder fünf Jahre Berufserfahrung an. Hinzu kommt Fachkompetenz im jeweiligen Gebiet.
Ist eine Fachübersetzung automatisch beglaubigt?
Nein. Die Beglaubigung ist ein formaler Schritt, mit dem ein vereidigter Übersetzer die Richtigkeit bestätigt. Sie ist nötig, wenn Behörden oder Gerichte das verlangen, und wird zusätzlich zur Übersetzung beauftragt.
Reicht für Fachtexte eine maschinelle Übersetzung?
Für interne Zwecke oft ja, wenn ein Mensch das Ergebnis prüft. Für veröffentlichte, regulierte oder vertragliche Texte ist das Risiko falscher Fachbegriffe zu hoch. Dort ist eine Fachübersetzung mit Revision durch eine zweite Person der übliche Standard.
