Ratgeber · KI und Sprache
Prompt Engineering: die Anleitung, die Bausteine und 14 Prompts zum Kopieren
Wie aus einer vagen Anfrage eine Anweisung wird, mit der KI-Tools verlässlich das liefern, was Sie brauchen. Mit den sieben Bausteinen guter Prompts, einer sortierten Prompt-Sammlung, Stil- und Rollenlisten zum Nachschlagen und dem Kniff, den die meisten übersehen: die KI den Prompt schreiben zu lassen.
Kurz gesagt
- Ein Prompt ist eine Anweisung in natürlicher Sprache. Je klarer Ziel, Kontext und Format, desto planbarer das Ergebnis.
- Acht Bausteine genügen, vom Ziel bis zu den Beschränkungen. Sie sind keine Checkliste: Ein Prompt erfüllt nur so viele Punkte, wie seine Aufgabe braucht.
- Stil- und Rollenangaben sind der stärkste Hebel: Mit ihnen sagen Sie dem Modell, aus welchem Sprachraum es schöpfen soll.
- Der schnellste Weg zu einem guten Prompt: Beschreiben Sie Ihr Ziel und lassen Sie sich den Prompt von der KI schreiben.
- Nach dem ersten Prompt fängt die Arbeit an. Follow-up-Prompts holen heraus, was der erste Versuch liegen lässt.
- Was einmal funktioniert hat, speichern Sie als Skill, Projekt oder eigenen GPT. Danach genügt ein Satz statt eines langen Prompts.
Was Prompt Engineering ist
Prompt Engineering ist der Prozess, durch den wir lernen, unsere Anweisungen so zu formulieren, dass wir von einem KI-Tool die hilfreichsten Antworten bekommen. Es gilt der einfache Grundsatz: je besser die Prompts, desto besser die Ergebnisse. Sie brauchen dafür keine Programmierkenntnisse, sondern Klarheit darüber, was Sie eigentlich wollen.
Generative KI-Tools liefern auch ohne Vorbereitung erstaunliche Zufallstreffer, mit denen Sie schon viel erreichen können. Solange Sie Ihre Prompts nicht gezielt verfeinern, bleibt es aber beim Zufall. Und darauf lässt sich kein Arbeitstag planen: Sobald ein Ergebnis verlässlich sein soll, brauchen Sie Kontrolle darüber, was herauskommt.
Vorweg, weil es viele bremst: Sie können beim Ausprobieren nichts kaputt machen. Ein Prompt ist eine Nachricht, kein Eingriff in ein System, und ein schlechtes Ergebnis kostet nichts außer einem weiteren Versuch. Es gibt genau eine Regel, die wirklich zählt: Geben Sie keine vertraulichen Daten in Werkzeuge ein, die Ihr Unternehmen nicht freigegeben hat. Alles andere ist Spielwiese, und Spielen ist der schnellste Weg zu einem Gefühl dafür, was geht.
Warum Prompt Engineering wie das Spielen mit Lego ist
Der Unterschied ist sofort erkennbar. Ein gut gebauter Prompt gibt dem Tool genaue Anweisungen darüber, was Sie erwarten, und das Ergebnis ist viel wahrscheinlicher das, was Sie sich vorgestellt haben. Dafür müssen Sie weder Programmiererin noch Produktdesigner sein: Sie müssen der Anleitung folgen können, und oft genügt es, einen guten Prompt aus einer Sammlung zu übernehmen und die Teile auszutauschen, die zu Ihrem Ziel gehören.
In der Welt des Prompt Engineerings sind technisches Wissen und Programmiersprachen weniger wichtig als Meta-Wissen: zu wissen, dass es Anleitungen gibt, wie Sie sie finden und anpassen, und vor allem, was Sie genau erreichen wollen.
Vom guten Prompt zum eigenen Werkzeug
Hier liegt der eigentliche Sprung. Ein guter Prompt löst eine Aufgabe. Interessant wird es, wenn Sie ihn nicht jedes Mal neu schreiben, sondern festhalten, was das Modell über Ihre Arbeit wissen muss: Ihre Begriffe, Ihre Tonalität, Ihre Zielgruppen, Ihre Regeln. Aus dem Lego-Roboter von der Packung wird der Butler, den es so nirgends zu kaufen gibt.
Dafür gibt es in den gängigen Werkzeugen mehrere Wege, die dasselbe Ziel haben:
| Weg | Was er leistet | Wofür |
|---|---|---|
| Dauerhafte Anweisungen | Eine Anweisung, die in jedem Chat automatisch mitläuft, etwa zur Anrede, zur Sprache oder zu verbotenen Wörtern. | Heißt je nach Tool Systemanweisung, benutzerdefinierte Anweisungen oder Personalisierung |
| Projekte | Ein Arbeitsbereich mit eigenen Dateien und eigenen Regeln. Alles, was Sie dort ablegen, steht in jedem Gespräch zur Verfügung. | Für wiederkehrende Vorhaben mit festem Material, etwa einen Produktlaunch |
| Eigene Assistenten | Ein Assistent mit fester Rolle, festem Wissen und festem Ablauf, den Sie teilen können. | Eigene GPTs, Agents oder Assistants, je nach Anbieter |
| Skills | Eine gespeicherte Fähigkeit: eine Abfolge von Schritten, die das Modell auf Zuruf wieder anwendet. | Aus einer Aufgabe, die einmal gut funktioniert hat, wird ein wiederverwendbares Verfahren |
Das lohnt sich schon ab der zweiten Wiederholung. Und es ist der Unterschied zwischen einem Werkzeug, das jeder benutzen kann, und einem, das Ihre Arbeit kennt.
Natürliche Sprache als Programmiersprache
Ein Prompt kann fast alles sein: eine Frage, eine Aussage, eine Aufforderung, ein ganzer Dialog. Er ist die Eingabe, aus der die KI eine Ausgabe erzeugt. Entscheidend ist die Sprache: Im Gegensatz zu klassischen Programmiersprachen mit fester Syntax kommunizieren Sie in Ihrer eigenen. Nicht Sie passen sich der Maschine an, sondern die Maschine sich Ihnen.
Details statt Zufall: der schnellste Einstieg
Der wirksamste erste Schritt ist banal: Packen Sie die relevanten Details in den Prompt. Modelle nehmen Anweisungen sehr wörtlich. Sie bekommen, wonach Sie fragen, und meistens nur das.
| Prompt | Was dabei herauskommt |
|---|---|
| „Schreiben Sie einen Text über Shampoo.“ | Ein allgemeiner Text über Shampoo. Brauchbar als Rohmasse, sonst nichts. |
| „Schreiben Sie einen Text für eine Landingpage. Für unser neues Bio-Shampoo, das für trockenes Haar entwickelt wurde. Es enthält Aloe vera und Kokosöl, kommt ohne Parabene und Sulfate aus, die Verpackung ist umweltfreundlich.“ | Ein Text, der die Argumente nennt, die Sie tatsächlich haben, und als Entwurf taugt. |
Bei Bildern lässt sich derselbe Effekt sehen. Zwei Prompts, ein Unterschied in der Menge der Angaben:
Keines der Bilder ist schlecht. Aber nur das zweite ist eine Entscheidung. Genauso bei Texten: Ohne Details antwortet ein Sprachmodell eben standardmäßig, und Standard heißt hier: beliebig.
Die acht Bausteine guter Prompts
Fast alle guten Prompts sind klar und zielgerichtet, nicht länger als nötig, und sie steuern über Beispiele, Format und Stil. Die folgenden acht Bausteine sind nach ihrer Wirkung sortiert. Sie sind ausdrücklich keine Checkliste: Ein guter Prompt erfüllt nur so viele Punkte, wie er für sein Ziel braucht. Zu viele Anweisungen auf einmal lassen die wichtigen untergehen.
| Baustein | Worauf es ankommt | Beispiel |
|---|---|---|
| Zielorientierung | Sagen Sie, was am Ende herauskommen soll. Spezifisch genug für ein brauchbares Ergebnis, offen genug, dass das Modell noch etwas beitragen kann. | „Entwirf drei Betreffzeilen für unseren Newsletter“ statt „Hilf mir beim Newsletter“ |
| Klarheit und Präzision | Eindeutig formulieren. Mehrdeutige Anweisungen führen zu Ergebnissen, die formal stimmen und trotzdem am Ziel vorbeigehen. | „Kürze auf 120 Wörter“ statt „Mach es kürzer“ |
| Kontext | Hintergrund mitgeben: Zielgruppe, Anlass, Markt, Vorwissen. Was Sie weglassen, ergänzt das Modell selbst, und zwar mit Durchschnittsannahmen. | „Zielgruppe sind Einkäufer im Anlagenbau, die uns noch nicht kennen“ |
| Beispiel statt Beschreibung | Ein Beispiel für das gewünschte Ergebnis wirkt stärker als drei Sätze Beschreibung. Zwei bis drei Muster genügen, damit Aufbau und Ton übernommen werden. | „Hier sind zwei Produkttexte, die uns gefallen: [Text 1], [Text 2]. Schreib den dritten im selben Aufbau.“ |
| Format | Legen Sie die Ausgabe fest: Länge, Struktur, Sprache, Tabelle oder Fließtext. Ein festes Format spart die halbe Nachbearbeitung. | „Tabelle mit drei Spalten: Begriff, Problem, Vorschlag“ |
| Sprache und Stil | Sprache, Fachjargon und Stilrichtung steuern die Antwort. Eine Stilangabe machen Sie immer, ausdrücklich oder unausgesprochen. | „Nüchtern, wie eine technische Dokumentation, ohne Werbesprache“ |
| Beschränkungen | Nennen Sie, was nicht vorkommen darf. Sparsam einsetzen: Zu viele Verbote binden Aufmerksamkeit, die für das Ziel fehlt. | „Keine erfundenen Zahlen. Wenn dir eine Angabe fehlt, schreib [OFFEN].“ |
| Anpassungsfähigkeit | Bauen Sie den Prompt so, dass Sie einzelne Teile austauschen können. Dann wird aus einer einmaligen Anweisung eine Vorlage. | Platzhalter wie [Produkt], [Zielgruppe], [Zahl] statt fester Angaben |
Was sich gegenüber der klassischen Liste geändert hat: „Beispiel statt Beschreibung“ ist neu und steht bewusst weit oben. Ein einziges Muster für das gewünschte Ergebnis wirkt zuverlässiger als jede Beschreibung. „Format“ hat den alten Punkt „Länge“ ersetzt, weil Länge nur ein Teil davon ist, und „Schlüsselwörter“ ist in „Sprache und Stil“ aufgegangen, wo es hingehört.
Prompt-Sammlung zum Kopieren
14 Prompts für wiederkehrende Aufgaben, jeweils mit Platzhaltern in eckigen Klammern. Ersetzen Sie die markierten Stellen, der Rest kann stehen bleiben. Die Sprung-Chips führen direkt zum passenden Bereich.
Kleiner Hinweis zur Anrede: Die Prompts duzen das Modell, weil das im Alltag alle so machen und sich flüssiger tippt. Auf das Ergebnis hat die Anredeform keinen Einfluss, auf die Sprache des Ergebnisses dagegen schon: Wenn der Text gesiezt sein soll, gehört das ausdrücklich in den Prompt. In mehreren Beispielen steht genau deshalb „Sie-Form gegenüber den Leserinnen und Lesern“.
Recherche und Analyse
Wettbewerbsanalyse
RechercheDu bist Marktanalystin. Sieh dir die Website unseres Wettbewerbers [URL] an. Vergleiche Leistungsversprechen, Zielgruppenansprache und Preislogik mit unserer Seite [URL]. Ergebnis: eine Tabelle mit fünf Punkten, an denen wir konkret nachziehen sollten, je mit einer Begründung in einem Satz. Sag am Ende, welche Angaben du nicht prüfen konntest.
Verbessert: Rolle, zwei Vergleichsquellen, festes Ausgabeformat und die Bitte, Wissenslücken offenzulegen. Damit sinkt die Gefahr, dass Behauptungen erfunden werden.
Zielgruppe schärfen
AnalyseBeschreibe die Hauptzielgruppe für [Produkt] in [Markt]. Grundlage sind diese Angaben: [Kurzbeschreibung, Preis, Vertriebsweg]. Ergebnis: drei Kurzprofile mit Aufgabe, Ziel, größtem Hindernis und der Frage, die vor dem Kauf beantwortet sein muss. Keine demografischen Klischees, keine erfundenen Studien.
Warum das wirkt: Die Beschränkung am Ende verhindert die üblichen Allgemeinplätze.
Bestehenden Text prüfen
AnalysePrüfe den folgenden Text auf drei Dinge: unklare Aussagen, unbelegte Behauptungen und Wiederholungen. Antworte als Liste, je Fundstelle ein Zitat und ein Verbesserungsvorschlag. Schreib den Text nicht neu. Text: [einfügen]
Texte und Inhalte
Content-Ideen
ContentDu bist Content-Managerin bei einem Hersteller von [Produktkategorie]. Schlag vier Blogthemen vor, die Fragen unserer Kundschaft beantworten und zu unseren Produkten führen. Je Thema: Arbeitstitel, Suchintention in einem Satz, drei Gliederungspunkte. Keine Themen, zu denen wir nichts Eigenes beitragen können.
Verbessert gegenüber der alten Fassung: statt „SEO-optimiert“ steht jetzt die Suchintention im Prompt. Das führt zu brauchbareren Vorschlägen als das Schlagwort.
Landingpage-Text
ContentSchreib den Einstieg für eine Landingpage zu [Produkt]. Zielgruppe: [Beschreibung]. Nutzen: [ein Satz]. Beleg: [Zahl, Referenz oder Zertifikat]. Maximal 90 Wörter, Sie-Form gegenüber den Leserinnen und Lesern, ein Satz pro Gedanke. Keine Superlative, keine Wörter wie „innovativ“, „nahtlos“ oder „maßgeschneidert“.
Tipp: Eine Liste verbotener Wörter im Prompt ist der schnellste Weg zu Texten, die nicht nach KI klingen.
Text kürzen
ContentKürze den folgenden Text auf [Zahl] Wörter, ohne Fakten zu streichen. Behalte Fachbegriffe bei, ersetze Füllwörter, löse Schachtelsätze auf. Sag danach in einem Satz, welche Information du als Nächstes opfern würdest, wenn es noch kürzer werden muss. Text: [einfügen]
E-Mail und Kampagne
E-Mail-Kampagne überarbeiten
KampagneHier ist der aktuelle Text unserer E-Mail-Kampagne: [Text einfügen]. Zielgruppe: [Beschreibung]. Ziel: [Klicks, Antworten, Termine]. Überarbeite den Text so, dass der Nutzen im ersten Satz steht und eine einzige Handlungsaufforderung übrig bleibt. Liefere drei Betreffzeilen unter 50 Zeichen und begründe jede in einem Halbsatz.
Verbessert: ein Ziel statt zwei, feste Zeichenzahl für den Betreff, Begründung als Entscheidungshilfe.
Social-Media-Post
KampagneDu bist verantwortlich für unsere Social-Media-Kanäle. Entwirf drei Varianten eines LinkedIn-Posts zu [Thema]. Kontext: [Anlass, Zielgruppe, Link]. Variante 1 nüchtern, Variante 2 mit Beispiel aus der Praxis, Variante 3 mit einer Frage am Anfang. Je maximal 700 Zeichen, ohne Hashtag-Ketten, ohne Emojis.
Sprache, Terminologie und Märkte
Firmensprache erzwingen
TerminologieSchreib [Textsorte] zum Thema [Thema]. Verwende ausschließlich die folgende Terminologie: [Begriff = Schreibweise, je Zeile]. Verbotene Begriffe: [Liste]. Wenn dir ein Begriff fehlt, markiere die Stelle mit [TERM?], statt selbst einen zu erfinden.
Das ist der Prompt, der im Unternehmensalltag am meisten spart. Ein Glossar im Prompt hält Produktnamen und Fachbegriffe stabil, auch über viele Texte hinweg.
Tonalität übertragen
StilHier sind drei Texte, die unsere Tonalität gut treffen: [Text 1], [Text 2], [Text 3]. Beschreib zuerst in fünf Stichpunkten, was diese Texte gemeinsam haben. Schreib dann [neuer Text] in derselben Tonalität. Halte dich an deine Stichpunkte und weiche nicht in einen werblichen Ton ab.
Warum zwei Schritte: Das Modell beschreibt den Stil erst selbst und hat ihn damit als Anweisung vorliegen.
Rohübersetzung prüfen
ÜbersetzungVergleiche Ausgangstext und Übersetzung Abschnitt für Abschnitt. Markiere ausschließlich: fehlende Inhalte, falsche Zahlen und Einheiten, uneinheitliche Fachbegriffe, Passagen, die im Zielmarkt anders formuliert werden müssten. Format: Tabelle mit Ausgangstext, Übersetzung, Befund, Vorschlag. Übersetze nichts neu.
Wichtig: Dieser Prompt ersetzt keine Fachübersetzung, sondern findet Prüfpunkte. Die Entscheidung trifft eine Fachperson, siehe Post-Editing.
Text für einen anderen Markt anpassen
LokalisierungPasse den folgenden Text für [Zielmarkt] an. Prüfe dabei: Maßeinheiten, Datums- und Zahlenformate, Währung, Beispiele, Ansprache und Höflichkeitsform, rechtliche Pflichtangaben. Liste alle Änderungen mit Begründung auf, bevor du den neuen Text ausgibst. Text: [einfügen]
Mehr dazu im Ratgeber Übersetzung oder Lokalisierung.
Rollen und Perspektiven
Fachperson antworten lassen
RolleAntworte als [Rolle, z. B. Marketing-Controllerin, Bauingenieur, Einkaufsleiterin]. Aufgabe: [Frage oder Auftrag]. Nenn drei Punkte, die Fachfremde in diesem Zusammenhang übersehen, und begründe jeden in einem Satz.
Das Prinzip dahinter: Mit der Rolle wählen Sie den Wortschatz, aus dem das Modell schöpft. Es ist die kürzeste Art, den Fachjargon zu treffen.
Gegenprobe einholen
RolleDu bist skeptische Einkäuferin und liest den folgenden Text zum ersten Mal. Stell die fünf Fragen, die du stellen würdest, bevor du anfragst. Markier danach die Stellen im Text, die diese Fragen offenlassen. Text: [einfügen]
Nützlicher als Lob: Die Rolle des Gegenübers deckt Lücken auf, die man selbst nicht mehr sieht.
Stil und Rolle: der stärkste Hebel
Sprachmodelle haben aus riesigen Textmengen gelernt, welche Formulierungen in welchem Zusammenhang üblich sind. Wenn Sie einen Stil oder eine Rolle vorgeben, sagen Sie dem Modell, aus welchem dieser Bereiche es schöpfen soll. Anders gesagt: Sie wählen die Sprache aus, in der geantwortet wird, nicht nur Deutsch oder Englisch, sondern auch die Sprache der Fachwelt, der Reportage oder des Kinderbuchs.
Die Sprache in Ihrem Prompt wirkt wie eine Landkarte. Formulieren Sie in Marketing-Fachbegriffen, antwortet das Modell in Marketing-Fachbegriffen. Bitten Sie um die Perspektive einer Bauingenieurin, greift es auf die entsprechenden Begriffe zurück. Und eine Stilangabe machen Sie immer, ob Sie wollen oder nicht: Wenn Sie keine nennen, übernimmt das Modell einfach den Ton Ihrer eigenen Eingabe.
Länge: zwei Modelle, zwei Regeln
Bei Textmodellen hilft Kontext in Fülle. Bei Bildmodellen ist oft das Gegenteil richtig, wie diese beiden Versuche zeigen. Zuerst ein sehr ausführlicher Prompt:
Im ersten Bild fehlen Pullover, Kette und Wanderstock, obwohl sie im Prompt standen: zu viele Details, die wichtigen gehen unter. Außerdem war das Ergebnis zwar „highly realistic“, aber keine Fotografie, weil niemand um eine gebeten hatte. Modelle raten, wenn Sie es ihnen überlassen. Im zweiten Prompt steht „holding a walking stick“ weit vorn und „photography“ ist ergänzt. Dieselbe Idee, andere Prioritäten, anderes Ergebnis.
Ein Wort, zehn Ergebnisse
Am deutlichsten wird das Prinzip, wenn alles gleich bleibt und nur die Stilangabe wechselt. Neunmal derselbe Satz, einmal ein anderes Wort darin:
PromptBarbara Kruger style image of a woman talking with a robot
PromptDe Stijl style image of a woman talking with a robot
PromptHighly realistic image of a woman talking with a robot
PromptPointillist style image of a woman talking with a robot
PromptASCII image of a woman talking with a robot
PromptRococo style image of a woman talking with a robot
PromptMinimalist style image of a woman talking with a robot
PromptPolaroid style image of a woman talking with a robot
PromptArt Nouveau style image of a woman talking with a robot
Die Kreativität entsteht hier nicht während der Erstellung, sondern lange davor: beim Ausdenken der Motive, Stile und Wörter. Und danach, beim Auswählen. Welches der vier oder vierzig Ergebnisse taugt, und warum? Welche Formulierung übernehmen Sie? Der Gehirnschmalz bleibt bei uns, er verlagert sich nur in die Vor- und Nachbereitung.
Zum Nachschlagen: Stile, Autoren, Bildsprachen
Die folgenden Listen sind Ideengeber für genau diesen Moment, in dem Ihnen das entscheidende Wort fehlt. Aufklappen, Begriff kopieren, in den Prompt setzen.
Sprachstile für Textmodelle 40
Fügen Sie den Stil in den Prompt ein, zum Beispiel „Schreiben Sie den Einstieg im Stil eines Krimis“.
- Humorvoll
- Sarkastisch
- Ironisch
- Romantisch
- Detektivisch
- Abenteuerlich
- Wissenschaftlich
- Philosophisch
- Lyrisch
- Episch
- Dramatisch
- Tragisch
- Komödiantisch
- Satirisch
- Mystisch
- Fantasievoll
- Realistisch
- Surrealistisch
- Horror
- Thriller
- Krimi
- Western
- Science-Fiction
- Fantasy
- Märchenhaft
- Jugendlich
- Kinderbuch
- Dystopisch
- Utopisch
- Steampunk
- Cyberpunk
- Gothic
- Noir
- Postmoderne
- Expressionistisch
- Impressionistisch
- Futuristisch
- Minimalistisch
- Barock
- Rokoko
Autorinnen und Autoren als Stilvorlage 40
Bitten Sie im Prompt darum, etwa: „Schreiben Sie die Einleitung im Stil von [Name].“ Der Stil ist die Anregung, die Aussage bleibt Ihre.
- William Shakespeare · poetisch und dramatisch, für Texte, die Eleganz betonen
- Jane Austen · scharfsinnig und elegant, für pointierte Kampagnen
- Charles Dickens · detailliert und sozialkritisch, für gesellschaftliche Themen
- Mark Twain · humorvoll und sarkastisch, für lockere Werbetexte
- F. Scott Fitzgerald · lyrisch und beschreibend, für Marken im Luxussegment
- Ernest Hemingway · klar und direkt, für kurze, prägnante Botschaften
- Lew Tolstoi · episch und philosophisch, für nachdenkliche Texte
- George Orwell · kritisch und dystopisch, für aufklärerische Themen
- Agatha Christie · spannend und rätselhaft, für Teaser und Kampagnen mit Cliffhanger
- Virginia Woolf · fließend und introspektiv, für emotionale Texte
- James Joyce · komplex und modernistisch, für avantgardistische Formate
- Herman Melville · tiefgründig und allegorisch, für epische Erzählungen
- Oscar Wilde · witzig und satirisch, für pointierte Kreativtexte
- Emily Dickinson · lyrisch und verdichtet, für poetische Formate
- Franz Kafka · surreal und allegorisch, für reflektierende Texte
- Fjodor Dostojewski · psychologisch und tiefgründig, für introspektive Texte
- John Steinbeck · realistisch und sozialkritisch, für dokumentarische Formate
- H. G. Wells · futuristisch und spekulativ, für visionäre Themen
- Edgar Allan Poe · dunkel und mysteriös, für spannungsgeladene Formate
- Brontë-Schwestern · romantisch und dramatisch, für emotionale Texte
- J. K. Rowling · magisch und einfallsreich, für familienfreundliche Formate
- Stephen King · spannend und beunruhigend, für Spannungsformate
- George R. R. Martin · komplex und detailliert, für große Erzählbögen
- Paula Hawkins · spannend und psychologisch, für vielschichtige Texte
- Dan Brown · rätselhaft und historisch, für kulturelle Themen
- Khaled Hosseini · emotional und kulturell, für erzählende Formate
- Chimamanda Ngozi Adichie · kulturell und feministisch, für gesellschaftliche Themen
- Yuval Noah Harari · analytisch und historisch, für erklärende Texte
- Malcolm Gladwell · einsichtsvoll und analytisch, für Wissensformate
- Neil Gaiman · fantasievoll und mythisch, für kreative Formate
- Margaret Atwood · dystopisch und kritisch, für visionäre Themen
- Jodi Picoult · emotional und aktuell, für gesellschaftliche Geschichten
- Haruki Murakami · surreal und lyrisch, für traumhafte Texte
- Isabel Allende · magisch-realistisch und kulturell, für erzählende Formate
- John Green · jugendlich und emotional, für junge Zielgruppen
- Nicholas Sparks · romantisch und gefühlvoll, für emotionale Texte
- Zadie Smith · zeitgenössisch und kulturell, für moderne Formate
- Toni Morrison · tiefgründig und kulturell, für reflektierende Texte
- Salman Rushdie · komplex und allegorisch, für intellektuelle Formate
- Joan Didion · nüchtern und präzise, für beobachtende Texte
Bildstile für Text-zu-Bild-Modelle 50
Setzen Sie den englischen Begriff in den Prompt, etwa „impressionist painting of …“ oder „…, isometric illustration“.
- Impressionismus · impressionism
- Expressionismus · expressionism
- Surrealismus · surrealism
- Abstrakter Expressionismus · abstract expressionism
- Pop Art · pop art
- Futurismus · futurism
- Dadaismus · dadaism
- Fauvismus · fauvism
- Art déco · art deco
- Post-Impressionismus · post-impressionism
- Neo-Impressionismus · neo-impressionism
- Symbolismus · symbolism
- Fotorealismus · photorealism
- Neo-Expressionismus · neo-expressionism
- Konstruktivismus · constructivism
- Suprematismus · suprematism
- Bauhaus · bauhaus
- Op Art · op art
- Hard-Edge-Malerei · hard-edge painting
- Color Field · color field
- Tachismus · tachisme
- Lyrische Abstraktion · lyrical abstraction
- Konzeptkunst · conceptual art
- Street Art · street art, graffiti
- Psychedelische Kunst · psychedelic art
- Lowbrow Art · lowbrow art
- Pixel Art · pixel art
- Vaporwave · vaporwave aesthetics
- Cyberpunk · cyberpunk style
- Steampunk · steampunk style
- Gotik · gothic style
- Barock · baroque style
- Byzantinisch · byzantine style
- Manierismus · mannerism
- Präraffaeliten · pre-raphaelite
- Neoklassizismus · neoclassicism
- Präzisionismus · precisionism
- Glitch Art · glitch art
- Hyperrealismus · hyperrealism
- Kawaii · kawaii art
- Zine-Ästhetik · zine culture aesthetics
- Brutalismus · brutalist design
- Generative Kunst · generative art
- ASCII-Kunst · ASCII art
- Netzkunst · net art
- Post-Internet-Kunst · post-internet art
- Isometrische Illustration · isometric illustration
- Flat Design · flat design
- Risographie · risograph print
- Technische Zeichnung · technical blueprint drawing
Visuelle Handschriften zum Ausprobieren 50
Ergänzen Sie den Namen im Prompt oder schreiben Sie „in the style of …“ davor, zum Beispiel „photograph of the north sea, in the style of Ansel Adams“.
- Ansel Adams · Schwarz-Weiß-Landschaftsfotografie
- Cindy Sherman · konzeptuelle Selbstporträts
- Stanley Kubrick · symmetrische Bildkomposition
- Wes Anderson · Symmetrie und Pastellfarben
- Salvador Dalí · surreale Traumlandschaften
- Diane Arbus · intime Porträts
- Akira Kurosawa · epische Erzählbilder
- Frida Kahlo · ausdrucksstarke Selbstporträts
- Gregory Crewdson · filmische Vorstadtszenen
- Yayoi Kusama · unendliche Punktmuster
- Henri Cartier-Bresson · Straßenfotografie im entscheidenden Moment
- David Lynch · surreale, traumhafte Szenen
- Banksy · Street Art mit Kommentar
- Vivian Maier · Straßenfotografie des Alltags
- Pedro Almodóvar · kräftige Farben
- Georgia O’Keeffe · großformatige Blüten und Wüsten
- Andrei Tarkowski · lange, meditative Einstellungen
- Robert Mapplethorpe · kontrastreiche Schwarz-Weiß-Studien
- Jean-Michel Basquiat · graffitinahe Malerei
- Christopher Nolan · komplexe, kühle Bildwelten
- Helmut Newton · pointierte Modefotografie
- Ai Weiwei · politische Installationen
- Sofia Coppola · weiches Licht, Isolation
- Andy Warhol · Pop-Art-Siebdruck
- Terrence Malick · Naturbilder im Gegenlicht
- Dorothea Lange · dokumentarische Porträts
- Damien Hirst · Punktbilder, Konzeptkunst
- Wong Kar-wai · melancholische Farbpaletten
- Richard Avedon · reduzierte Porträts
- James Turrell · Lichträume
- Barbara Kruger · Text-Bild-Collagen
- Martin Scorsese · dichte Großstadtbilder
- Edward Hopper · einsame Figuren in Architektur
- Alfred Hitchcock · Spannung durch Perspektive
- Jeff Wall · inszenierte Alltagsszenen
- Jean-Luc Godard · Nouvelle-Vague-Ästhetik
- Annie Leibovitz · inszenierte Porträts
- David Hockney · Farbflächen und Pools
- Federico Fellini · surreale Szenerien
- Bill Viola · Videoinstallation, Zeitlupe
- Joel Meyerowitz · Farbfotografie der Straße
- Yasujirō Ozu · ruhige, tiefe Einstellungen
- Jenny Holzer · textbasierte Arbeiten
- Sergio Leone · Weitwinkel und Nahaufnahme
- Shirin Neshat · Fotografie mit Kalligrafie
- Robert Frank · rohe Reportagefotografie
- Saul Leiter · Farbfotografie durch Glas und Regen
- Hilma af Klint · frühe abstrakte Formensprache
- Katsushika Hokusai · japanischer Holzschnitt
- Paul Klee · verspielte Formen und Linien
Lassen Sie die KI den Prompt schreiben
Der nützlichste Kniff wird am häufigsten übersehen: Sie müssen den perfekten Prompt nicht selbst formulieren. Beschreiben Sie in Alltagssprache, was Sie erreichen wollen, und lassen Sie sich daraus einen Prompt schreiben. Das Modell weiß besser als jede Anleitung, welche Angaben es selbst braucht, und fragt fehlende Punkte nach.
Prompt für den Prompt (Meta-Prompt)
GrundlageIch möchte mit einem KI-Tool [Ziel in Alltagssprache]. Schreiben Sie mir dafür einen Prompt. Fragen Sie vorher alles ab, was Sie dafür brauchen: Zielgruppe, Kontext, Format, Länge, Tonalität und Dinge, die nicht vorkommen dürfen. Geben Sie den fertigen Prompt danach als Block aus, den ich kopieren kann, und erklären Sie in drei Stichpunkten, warum er so aufgebaut ist.
So nutzen Sie ihn: Antworten Sie auf die Rückfragen kurz und ehrlich, auch mit „weiß ich noch nicht“. Den fertigen Prompt speichern Sie in Ihrer eigenen Sammlung, dann ist er beim nächsten Mal sofort zur Hand.
Bestehenden Prompt verbessern lassen
KritikHier ist mein Prompt: [Prompt einfügen]. Bewerten Sie ihn nach sechs Punkten: Rolle, Ziel, Kontext, Material, Format, Beschränkungen. Nennen Sie je Punkt, was fehlt oder mehrdeutig ist. Geben Sie anschließend eine verbesserte Fassung aus, ohne meine inhaltlichen Vorgaben zu verändern.
Nützlich, wenn ein Prompt fast funktioniert und Sie nicht wissen, woran es liegt. Die Bewertung nach den sechs Teilen zeigt die Lücke meist sofort.
Eine Vorlage für wiederkehrende Aufgaben bauen
BaukastenWir schreiben regelmäßig [Textsorte] für [Zielgruppe]. Entwickeln Sie daraus eine wiederverwendbare Prompt-Vorlage mit Platzhaltern in eckigen Klammern. Die Vorlage soll Rolle, Ziel, Kontext, Format und Beschränkungen enthalten und ohne Änderung für ähnliche Fälle taugen. Nennen Sie am Ende die drei Platzhalter, die am häufigsten angepasst werden müssen.
Damit wird aus einem einmaligen Prompt ein Werkzeug, das im Team weitergegeben werden kann.
Ein Hinweis aus der Praxis: Prüfen Sie den erzeugten Prompt, bevor Sie ihn ausführen. Modelle ergänzen gern Annahmen, die Sie nie getroffen haben, etwa eine Zielgruppe oder eine Tonalität. Streichen Sie, was nicht stimmt, dann ist der Prompt eine echte Vorlage.
Sechs Kniffe, die selten in Anleitungen stehen
Die Bausteine decken den Aufbau ab. Diese sechs Punkte entscheiden darüber, wie gut das Ergebnis im Alltag wirklich wird.
| Kniff | Warum er wirkt |
|---|---|
| Erst die Gliederung, dann den Text | Lassen Sie sich zuerst die Struktur zeigen und geben Sie sie frei. Ein falscher Aufbau kostet mehr Zeit als jede Formulierung. |
| Sagen, was Sie wollen, nicht nur, was Sie nicht wollen | Verbote allein führen zu farblosen Ergebnissen. Ein Beispiel für den gewünschten Ton wirkt stärker als fünf Verbote. |
| Kritik einfordern statt Zustimmung | Modelle stimmen zu leicht zu. Fragen Sie ausdrücklich: „Was spricht dagegen?“ oder „Wo ist der Text schwach?“ |
| Lücken sichtbar machen lassen | Bitten Sie darum, Unsicheres zu markieren, etwa mit [OFFEN] oder [QUELLE?]. Das trennt Gesichertes von Vermutetem, bevor Sie es übernehmen. |
| Lange Gespräche neu aufsetzen | Nach vielen Runden driften Antworten ab. Lassen Sie den Stand zusammenfassen und starten Sie mit dieser Zusammenfassung neu. |
| Zwei Varianten statt einer | Bitten Sie um zwei unterschiedliche Lösungen mit je einem Satz Begründung. Vergleichen ist leichter als bewerten. |
Follow-up-Prompts: nach dem ersten Versuch beginnt die Arbeit
Die eigentliche Stärke chatbasierter Tools ist der Dialog. Ein Follow-up-Prompt ist nichts weiter als eine Antwort auf die Antwort: Sie sagen, was gut war und was das Ziel verfehlt hat, und schleifen das Ergebnis zurecht. Vier Arten decken fast alle Fälle ab.
Analyse-Prompts
Follow-upInhalte und Vorschläge bewerten und vergleichen
„Was sind die Stärken und Schwächen der ersten drei Vorschläge?“ · „Wie unterscheiden sich die beiden Kampagnen in der Zielgruppenansprache?“
Feedback-Prompts
Follow-upEine Einschätzung zu einem Text oder einer Idee einholen
„Wie wirksam ist der Call-to-Action in diesem Newsletter, und warum?“ · „Umschreiben, diesmal einfacher, ohne Wiederholungen und Klischees.“
Erweiterungs-Prompts
Follow-upAntworten vertiefen oder Varianten erzeugen
„Zehn weitere Ideen, die sich deutlich unterscheiden.“ · „20 Überschriften, sortiert danach, wie gut sie bei der Zielgruppe ankommen dürften.“
Verständnis-Prompts
Follow-upKomplexes verständlich machen
„Erklären Sie das jemandem ohne IT-Hintergrund.“ · „Erklären Sie es mit einem Beispiel aus dem Alltag.“
Bei Bildmodellen läuft dasselbe Prinzip anders: Statt zu diskutieren, variieren Sie den Prompt, tauschen einzelne Wörter aus oder stellen wichtige Angaben nach vorn. Auch das ist ein Dialog, nur ein einseitiger.
Vom Prompt zum Skill: einmal bauen, immer nutzen
Der letzte Schritt wird am häufigsten ausgelassen. Wenn eine Aufgabe einmal gut gelaufen ist, speichern Sie nicht den Prompt in einem Dokument, sondern das Verfahren im Werkzeug selbst. Danach genügt ein Satz: „Mach das wie immer für unsere Produkttexte.“
Die meisten Werkzeuge bieten dafür inzwischen eine Möglichkeit, unter wechselnden Namen: gespeicherte Skills, Projekte mit eigenen Regeln, eigene Assistenten oder dauerhafte Anweisungen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie drei Dinge festhalten, die Sie sonst jedes Mal neu tippen: die Rolle, das Material und den Ablauf.
Aus einem gelungenen Durchlauf einen Skill machen
SkillDas hat gut funktioniert. Fass das Verfahren, das wir gerade benutzt haben, als wiederverwendbaren Ablauf zusammen: Welche Rolle du einnimmst, welche Angaben du von mir brauchst, in welcher Reihenfolge du vorgehst, woran du das Ergebnis prüfst. Schreib es so, dass ich es speichern und beim nächsten Mal mit einem Satz aufrufen kann. Nenn den Ablauf [Name].
Danach: Speichern Sie die Antwort als Skill, als Projektanweisung oder in Ihrem eigenen Assistenten. Beim nächsten Mal genügt der Name.
Das ist der Punkt, an dem aus dem Werkzeug ein Kollege wird, der Ihre Arbeit kennt. Und es ist der Grund, warum sich der Aufwand für einen guten Prompt lohnt: Sie schreiben ihn genau einmal.
Zwei Hinweise dazu. Erstens: Halten Sie fest, was in einem Skill steckt, sonst weiß in einem halben Jahr niemand mehr, warum das Ergebnis so aussieht. Zweitens: Prüfen Sie vor dem Teilen, ob vertrauliche Angaben darin gelandet sind, etwa Kundennamen aus dem Beispielmaterial.
Grenzen, Vertraulichkeit und Qualität
Prompt Engineering macht Ergebnisse planbarer, nicht wahr. Drei Dinge bleiben Ihre Aufgabe: Fakten prüfen, Begriffe festlegen und entscheiden, was überhaupt in ein Tool eingegeben werden darf.
| Worauf achten | Warum |
|---|---|
| Erfundene Angaben | Modelle formulieren Falsches genauso flüssig wie Richtiges. Zahlen, Normen, Zitate und Quellen gehören geprüft, bevor ein Text das Haus verlässt. |
| Fachbegriffe | Ohne Vorgabe wählt das Modell irgendeine Variante. Ein Glossar im Prompt hält Produktnamen und Terminologie stabil. |
| Vertraulichkeit | Kundendaten, Verträge und unveröffentlichte Zahlen gehören nur in Tools, die Ihr Unternehmen freigegeben hat, idealerweise mit Auftragsverarbeitungsvertrag und ohne Training mit Ihren Eingaben. |
| Sprachvarianten | Britisches und amerikanisches Englisch, Deutsch für Deutschland, Österreich oder die Schweiz: Wenn es darauf ankommt, gehört die Variante in den Prompt. |
| Kennzeichnung | Für bestimmte KI-erzeugte Inhalte gelten Transparenzpflichten. Was das für Texte bedeutet, steht im Ratgeber zum Korrektorat von KI-Texten. |
| Veröffentlichung | Je sichtbarer ein Text, desto eher lohnt die Nachbearbeitung durch eine Fachperson. Für Übersetzungen ist das Post-Editing. |
Für Texte, die veröffentlicht oder übersetzt werden, führt der Weg weiter zum Korrektorat von KI-Texten und zum Post-Editing nach ISO 18587.
Zum Mitnehmen
Beide PDFs enthalten dieselben Inhalte wie diese Seite, in einer Form, die sich ausdrucken und im Team weitergeben lässt.
Prompt-Bibliothek und Spickzettel
Prompt-Bibliothek: alle 14 Prompts dieser Seite, nach Anlass sortiert, mit Platzhaltern und Hinweisen.
Spickzettel: eine Seite mit den sieben Bausteinen, der Anatomie eines Prompts, dem Meta-Prompt und den vier Follow-up-Typen.
Häufige Fragen
Was ist Prompt Engineering?
Prompt Engineering ist die Arbeit an der Anweisung, die Sie einem KI-Tool geben. Sie formulieren Ziel, Kontext, Format und Grenzen so, dass das Ergebnis planbar wird. Der Grundsatz: je klarer der Prompt, desto brauchbarer die Antwort.
Was ist ein Prompt?
Ein Prompt ist eine Anweisung in natürlicher Sprache. Das kann eine Frage sein, eine Aufgabe, ein Textausschnitt mit Bearbeitungsauftrag oder ein ganzer Dialog. Sie brauchen dafür keine Programmierkenntnisse.
Wie sieht ein guter Prompt aus?
Er nennt Rolle, Ziel, Kontext, Material, Format und Beschränkungen, aber nur so viel davon, wie für die Aufgabe nötig ist. Weniger ist oft mehr: Zu viele Anweisungen lassen die wichtigen Punkte untergehen.
Kann die KI meinen Prompt selbst schreiben?
Ja, und das ist einer der nützlichsten Kniffe. Sie beschreiben Ihr Ziel in Alltagssprache und lassen sich daraus einen ausformulierten Prompt erstellen, den Sie prüfen und weiterverwenden. Die Vorlage dafür steht auf dieser Seite.
Funktionieren die Prompts auch in anderen Tools?
Die Prinzipien gelten für alle gängigen Textmodelle, etwa ChatGPT, Claude, Gemini oder Copilot, und ebenso für Bildmodelle. Unterschiede gibt es bei der Länge: Textmodelle vertragen viel Kontext, Bildmodelle arbeiten mit kurzen, dichten Angaben am besten.
Darf ich Kundendaten in ein KI-Tool eingeben?
Nur, wenn Ihr Unternehmen das erlaubt und mit dem Anbieter ein Auftragsverarbeitungsvertrag besteht. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Eingaben zum Training verwendet werden. Im Zweifel anonymisieren Sie Namen, Zahlen und Produktbezeichnungen, bevor Sie einen Text einfügen.
Begriffe auf dieser Seite
- Prompt
- Anweisung in natürlicher Sprache an ein KI-Tool. Sie steuert, was erzeugt wird und in welcher Form.
- Large Language Model (LLM)
- Sprachmodell, das aus sehr großen Textmengen gelernt hat, welche Wortfolgen wahrscheinlich sind. Grundlage von Werkzeugen wie ChatGPT, Claude oder Gemini.
- Natural Language Processing (NLP)
- Teilgebiet der Informatik, das sich damit befasst, wie Maschinen menschliche Sprache verarbeiten. Die Grundlage dafür, dass ein Prompt in Alltagssprache funktioniert.
- Text-zu-Bild-Modell
- Modell, das aus einer Textbeschreibung ein Bild erzeugt, etwa Midjourney, Stable Diffusion oder die Bildfunktionen der großen Chat-Tools.
- Token
- Kleinste Verarbeitungseinheit eines Modells, meist ein Wortteil. Die Länge von Prompts und Antworten wird in Token gemessen.
- Halluzination
- Eine erfundene, aber flüssig formulierte Angabe. Der häufigste Grund, warum KI-Texte eine fachliche Prüfung brauchen.
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Welche Fehler KI macht, welche Prüfschritte nötig sind und was der AI Act verlangt.
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Übersetzung oder Lokalisierung?
Welche Inhalte welche Stufe brauchen, mit Entscheidungstabelle und Checkliste.
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Leistung
Post-Editing nach ISO 18587
Maschinelle Vorübersetzung, geprüft von Fachübersetzern.
