Lesezeit: 7 Minuten
Ein Chemieunternehmen liefert erstmals nach Spanien. Die Palette steht bereit, der Kunde wartet – doch ohne korrekt übersetztes Sicherheitsdatenblatt darf die Lieferung nicht raus. Wer chemische Produkte international vertreibt, braucht MSDS-Übersetzungen, die nicht nur sprachlich korrekt sind, sondern auch den regulatorischen Anforderungen des Zielmarkts entsprechen.
Unverbindlich und kostenlos für Ihre Sicherheitsdatenblätter
MSDS steht für Material Safety Data Sheet – auf Deutsch: Sicherheitsdatenblatt (SDB). Der internationale Begriff SDS (Safety Data Sheet) hat sich mit der Einführung des GHS-Systems (Globally Harmonized System) als Standard etabliert.
Das Sicherheitsdatenblatt dokumentiert alle sicherheitsrelevanten Informationen zu einem chemischen Produkt: von der Zusammensetzung über Gefahrenhinweise bis zu Erste-Hilfe-Maßnahmen und Entsorgungsvorschriften. Es richtet sich an professionelle Anwender, Arbeitsschützer und Notfalldienste.
Inhaltlich gibt es keinen Unterschied. „MSDS" war der ältere US-amerikanische Begriff, „SDS" ist die international harmonisierte Bezeichnung nach GHS. In der EU ist „Sicherheitsdatenblatt" (SDB) der offizielle Begriff gemäß REACH-Verordnung.
Die Übersetzung von Sicherheitsdatenblättern ist keine freiwillige Serviceleistung, sondern eine gesetzliche Pflicht. In der EU regelt die REACH-Verordnung (EG Nr. 1907/2006), dass Sicherheitsdatenblätter in der Amtssprache des Mitgliedstaats bereitgestellt werden müssen, in dem das Produkt in Verkehr gebracht wird.
| Verordnung | Relevanz für MSDS | Geltungsbereich |
|---|---|---|
| REACH (EG 1907/2006) | Pflicht zur Bereitstellung in Landessprache | EU/EWR |
| CLP (EG 1272/2008) | Einstufung, Kennzeichnung, Gefahrenhinweise | EU/EWR |
| GHS | Internationales Klassifizierungssystem | Weltweit (länderspezifische Umsetzung) |
| OSHA HazCom | US-amerikanische Arbeitsschutzvorschriften | USA |
Für Unternehmen, die in mehrere EU-Länder exportieren, bedeutet das: Ein Produkt, das nach Deutschland, Frankreich und Polen verkauft wird, benötigt das Sicherheitsdatenblatt in drei Sprachen – jeweils mit den korrekten länderspezifischen Angaben wie Notrufnummern und lokalen Behördenkontakten.
Mit einem gut gepflegten Terminologiemanagement und Translation Memory lassen sich Wiederholungen in Folgeversionen und ähnlichen Produkten effizient nutzen – das spart Zeit und Kosten bei gleichbleibend hoher Konsistenz.
Sie exportieren in mehrere EU-Länder?
Jetzt beraten lassenEin normgerechtes SDS nach GHS/CLP enthält exakt 16 Abschnitte in festgelegter Reihenfolge. Jeder Abschnitt hat spezifische terminologische Anforderungen, die bei der Übersetzung präzise eingehalten werden müssen.
Produktidentifikator, relevante Verwendungen, Lieferantenangaben, Notrufnummer
Einstufung, Kennzeichnungselemente, sonstige Gefahren (z.B. PBT/vPvB)
Chemische Identität, CAS-Nummern, Konzentrationen gefährlicher Inhaltsstoffe
Sofortmaßnahmen nach Expositionswegen, Symptome, ärztliche Hinweise
Löschmittel, besondere Gefahren, Hinweise für die Feuerwehr
Personenbezogene Vorsichtsmaßnahmen, Umweltschutz, Reinigungsverfahren
Sichere Handhabungspraktiken, Lagerbedingungen, spezifische Verwendungen
Grenzwerte, technische Maßnahmen, PSA-Anforderungen
Erscheinung, Geruch, pH-Wert, Flammpunkt, Siedepunkt etc.
Chemische Stabilität, gefährliche Reaktionen, Zersetzungsprodukte
Toxische Wirkungen nach Expositionswegen, Symptome, verzögerte Effekte
Ökotoxizität, Persistenz, Bioakkumulation, Mobilität
Abfallbehandlungsmethoden, kontaminierte Verpackungen
UN-Nummer, Versandbezeichnung, Gefahrenklassen (ADR, IMDG, IATA)
Spezifische Vorschriften für Stoff/Gemisch, Stoffsicherheitsbeurteilung
Überarbeitungsdatum, Änderungen, Abkürzungen, Literatur
Die Übersetzung von Sicherheitsdatenblättern erfordert mehr als sprachliche Kompetenz. Übersetzer müssen chemisches Fachwissen mit regulatorischem Know-how verbinden.
Gefahrenhinweise (H-Sätze) und Sicherheitshinweise (P-Sätze) sind durch die CLP-Verordnung verbindlich festgelegt. Sie dürfen nicht frei übersetzt werden, sondern müssen exakt der amtlichen Übersetzung entsprechen.
Beispiel:
H315 – „Causes skin irritation" → DE: „Verursacht Hautreizungen" (nicht: „Reizt die Haut")
Jedes Zielland hat eigene Anforderungen, die über die reine Sprachübertragung hinausgehen:
Unternehmen mit großen Produktportfolios haben oft Hunderte von Sicherheitsdatenblättern. Einheitliche Terminologie ist hier nicht nur eine Qualitätsfrage, sondern auch ein Sicherheitsaspekt: Unterschiedliche Bezeichnungen für denselben Inhaltsstoff können zu gefährlichen Missverständnissen führen.
Führen Sie ein produktübergreifendes Glossar mit Ihren chemischen Bezeichnungen, Handelsnamen und Standardformulierungen. So stellen Sie sicher, dass alle SDS – egal ob intern erstellt oder extern übersetzt – dieselbe Sprache sprechen.
Nicht jeder Übersetzungsdienstleister ist für Fachübersetzungen im Chemiebereich qualifiziert. Achten Sie bei der Auswahl auf folgende Kriterien:
| Kriterium | Warum wichtig? |
|---|---|
| ISO 17100 Zertifizierung | Nachweis für qualitätsgesicherte Übersetzungsprozesse |
| Fachübersetzer mit Chemie-Hintergrund | Verständnis für Stoffchemie, Reaktionen, Gefahrenpotenziale |
| Erfahrung mit REACH/CLP/GHS | Kenntnis der regulatorischen Standardformulierungen |
| Vier-Augen-Prinzip | Fachliche Prüfung durch zweiten Experten |
| Terminologiemanagement | Konsistenz über alle Produktdatenblätter |
| Vertraulichkeit/NDA | Schutz von Rezepturen und Geschäftsgeheimnissen |
Unsere Fachübersetzer kombinieren chemisches Know-how mit regulatorischer Expertise. ISO 17100 zertifiziert, DSGVO-konform, mit persönlichem Ansprechpartner.
Jetzt Angebot anfordernKostenlose Erstberatung für Ihr Projekt
Die Kosten hängen von Umfang, Sprachkombination und Komplexität ab. Ein typisches 16-seitiges SDS liegt preislich zwischen 150 und 400 Euro pro Sprache. Bei größeren Volumina oder regelmäßigem Bedarf sind Rahmenverträge mit Mengenrabatten möglich. Fordern Sie ein individuelles Angebot an.
Standard-Lieferzeiten liegen bei 3–5 Werktagen pro Sprache. Bei dringenden Projekten bieten wir Express-Übersetzungen mit Lieferung innerhalb von 24–48 Stunden. Bei großen Volumina (z.B. 50+ SDS) erstellen wir einen individuellen Projektplan.
Maschinelle Übersetzung kann als Ausgangsbasis dienen, ersetzt aber nicht die fachliche Prüfung. H- und P-Sätze müssen exakt den amtlichen Formulierungen entsprechen, länderspezifische Anpassungen erfordern regulatorisches Know-how. Wir empfehlen mindestens ein Full Post-Editing durch einen Fachübersetzer.
Die Verantwortung für die Richtigkeit des SDS liegt grundsätzlich beim Inverkehrbringer. Professionelle Übersetzungsdienstleister verfügen über Berufshaftpflichtversicherungen und arbeiten nach ISO 17100 mit dokumentierten Qualitätssicherungsprozessen. Bei tolingo sind alle Übersetzungen durch unsere Qualitätsgarantie abgesichert.
Wir arbeiten mit allen gängigen Formaten: Word, PDF, XML sowie direkter Integration in SDS-Autorensoftware wie SAP EHS, Lisam oder ChemGes. Bei Bedarf übernehmen wir auch die Layout-Anpassung, damit Ihre übersetzten Datenblätter im Corporate Design erscheinen.