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Definition
ISO 18587 ist die internationale Norm für das Post-Editing maschineller Übersetzungen. Sie legt fest, wie Menschen maschinell übersetzte Texte vollständig prüfen und korrigieren und welche Qualifikation die Post-Editoren dafür brauchen. Ziel ist ein Text, der mit einer menschlichen Übersetzung vergleichbar ist.
Der vollständige Titel lautet „Translation services · Post-editing of machine translation output · Requirements“. Die Norm ist im April 2017 erschienen und stammt aus dem ISO-Ausschuss für Übersetzen und Dolmetschen (ISO/TC 37/SC 5). In Europa wurde sie als EN ISO 18587 übernommen. Sie richtet sich an Übersetzungsdienstleister, ihre Auftraggeber und die Post-Editoren selbst.
Wichtig ist, wo die Norm ansetzt: bei dem Teil des Prozesses, der mit dem fertigen Maschinenergebnis beginnt. Welches System übersetzt und wie es trainiert wurde, ist nicht ihr Gegenstand. Für die Humanübersetzung leistet dasselbe die ISO 17100.
ISO 18587 legt fest, was vor dem Post-Editing geklärt sein muss, was beim Post-Editing gilt und wer es machen darf.
| Bereich | Was die Norm verlangt |
|---|---|
| Vorbereitung | Der Dienstleister prüft, ob sich der Inhalt für maschinelle Übersetzung eignet, und hält die Vorgaben schriftlich mit dem Auftraggeber fest. |
| Bedeutung | Jeder Fehler, der den Sinn verändert, wird korrigiert. Es darf nichts fehlen und nichts hinzukommen. |
| Sprache | Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung und Satzbau sind korrekt. |
| Terminologie und Stil | Freigegebene Terminologie und die Stilvorgaben des Auftraggebers werden eingehalten. |
| Sparsamkeit | So viel vom Maschinenergebnis übernehmen wie möglich, nur ändern, was nötig ist. |
| Qualifikation | Abschluss in Übersetzen oder Sprachwissenschaft, oder ein anderer Abschluss plus zwei Jahre Übersetzungserfahrung, oder fünf Jahre Berufserfahrung. |
| Zusatzwissen | Kenntnis maschineller Übersetzungssysteme, ihrer typischen Fehler und der eingesetzten Übersetzungswerkzeuge. |
Der Unterschied zum Übersetzen: Post-Editoren arbeiten mit drei Texten statt mit zwei und müssen erkennen, wann ein flüssiger Satz etwas anderes sagt als das Original.
Die Norm kennt beide Stufen, verbindlich regelt sie aber nur eine.
| Merkmal | Full Post-Editing | Light Post-Editing |
|---|---|---|
| Ziel | Vergleichbar mit einer menschlichen Übersetzung | Verständlicher Text, ohne diesen Anspruch |
| Stellung in der Norm | Verbindliche Anforderungen | Nur im informativen Anhang B |
| Stil und Terminologie | Werden angepasst | Bleiben weitgehend, wie die Maschine sie liefert |
| Typischer Einsatz | Dokumentation, Produkttexte, Veröffentlichtes | Interne Information, Sichtung großer Textmengen |
| Vom Zertifikat abgedeckt | Ja | Nein |
Wie vollständiges Post-Editing in der Praxis abläuft, beschreibt der Eintrag Full-Post-Editing. Auch die weiteren Anhänge zu Schulung, Pre-Editing, Vereinbarungen und automatischem Post-Editing sind nur Empfehlungen.
ISO 18587 steht in Ausschreibungen oft direkt neben ISO 17100. Fünf Punkte, die beim Einkauf zählen.
Zertifiziert wird, dass ein Dienstleister einen normgerechten Prozess hat und qualifizierte Post-Editoren einsetzt. Ob ein bestimmter Auftrag ins Post-Editing gehört, entscheidet sich trotzdem am Text. Fragen Sie, wie die Eignung geprüft wird.
Nennt ein Angebot Light Post-Editing, bezieht sich die Zertifizierung nicht darauf. Lassen Sie sich beschreiben, was dabei korrigiert wird und was stehen bleibt.
ISO 18587 verlangt keine Revision durch eine zweite Person. Für Sicherheitshinweise, Verträge oder Veröffentlichtes lohnt es, diese Prüfung ausdrücklich zu beauftragen oder gleich eine Fachübersetzung nach ISO 17100 zu wählen.
Die Norm verlangt eine schriftliche Vereinbarung über Zweck, Qualitätsstufe und Vorgaben. Je genauer Glossar, Styleguide und Zielgruppe feststehen, desto weniger hängt das Ergebnis vom Zufall des Maschinenlaufs ab.
Der Entwurf ISO/DIS 18587 ist seit September 2026 in der Abstimmung. Sein Titel spricht nicht mehr von maschineller Übersetzung, sondern allgemeiner von Übersetzungen, die nicht von Menschen stammen. Bis zur Veröffentlichung gilt die Fassung von 2017.
Das ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Welche Textsorte welche Prüfstufe braucht, steht im Ratgeber KI-Übersetzung: wann sie reicht und wann nicht.
Die vier Normen, mit denen Übersetzungsdienstleister werben, regeln Verschiedenes.
| Norm | Regelt | Prüfung durch zweite Person |
|---|---|---|
| ISO 17100 | Humanübersetzung: Prozess, Qualifikation, Ressourcen | Pflicht |
| ISO 18587 | Post-Editing maschineller Übersetzungen | Nicht vorgeschrieben |
| ISO 9001 | Qualitätsmanagement eines Unternehmens, branchenunabhängig | Kein Gegenstand |
| ISO 27001 | Informationssicherheit, also den Umgang mit vertraulichen Daten | Kein Gegenstand |
Eine Übersetzung kann also normgerecht nach ISO 18587 entstanden sein, ohne dass ein zweites Paar Augen sie gesehen hat.
Drei Dinge regelt ISO 18587 nicht. Sie gehören deshalb ausdrücklich in die Vereinbarung.
| Grenze | Was daraus folgt |
|---|---|
| Keine Aussage zur Maschine | Welches System übersetzt und was mit Ihren Daten geschieht, bleibt offen. Fragen Sie gesondert danach. |
| Keine Mindestqualität für Light | Was „verständlich“ bedeutet, legt jede Vereinbarung selbst fest. |
| Stand 2017 | Große Sprachmodelle waren bei der Erarbeitung kein Thema. Ihr typischer Fehler, frei ergänzte Inhalte, fällt aber unter die Pflicht zum Abgleich mit dem Ausgangstext. |
Die internationale Norm für das Post-Editing maschineller Übersetzungen. Sie regelt, wie Menschen Maschinenübersetzungen vollständig prüfen und korrigieren und welche Qualifikation Post-Editoren brauchen. Ziel ist ein Ergebnis, das mit einer menschlichen Übersetzung vergleichbar ist.
ISO 17100 regelt die Humanübersetzung und schreibt eine Revision durch eine zweite Person vor. ISO 18587 regelt die Nachbearbeitung maschineller Übersetzungen und verlangt keine zweite Prüfung. Die Anforderungen an die Qualifikation sind vergleichbar.
Nein. Verbindlich geregelt ist nur das vollständige Post-Editing. Light Post-Editing beschreibt die Norm in einem informativen Anhang, also als Empfehlung ohne Anforderungen.
Einen Abschluss in Übersetzen oder Sprachwissenschaft, einen anderen Abschluss mit zwei Jahren Übersetzungserfahrung oder fünf Jahre Berufserfahrung. Dazu kommt Wissen über maschinelle Übersetzung, ihre typischen Fehler und die eingesetzten Werkzeuge.
Die Fassung von 2017 spricht von maschineller Übersetzung, ohne Verfahren zu unterscheiden. Der Entwurf der Neufassung formuliert allgemeiner und spricht von Übersetzungen, die nicht von Menschen stammen.
Ja. tolingo ist nach ISO 18587 zertifiziert, dazu nach ISO 17100, ISO 9001 und ISO 27001. Post-Editing läuft damit in einem geprüften Ablauf mit qualifizierten Post-Editoren.
Post-Editing
Maschinell übersetzen, normgerecht prüfen
Wir prüfen vorab, ob sich Ihr Text für maschinelle Übersetzung eignet, und bearbeiten das Ergebnis im Post-Editing nach ISO 18587. Wo eine zweite Prüfung nötig ist, empfehlen wir die Fachübersetzung nach ISO 17100. Verarbeitet wird nach ISO 27001.
Lexikon
Light-Post-Editing
Was beim leichten Post-Editing korrigiert wird und was stehen bleibt.
Ratgeber
KI-Übersetzung: wann sie reicht
Vier Stufen, Entscheidungstabelle, Fehlerarten und Checkliste.
Leistung
Post-Editing nach ISO 18587
KI-Übersetzung, von Fachleuten gegen den Ausgangstext geprüft.