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Der Ablauf einer Bewerbung in Großbritannien

Wie auf der Seite Englischer Lebenslauf CV bereits angesprochen, verwenden britische Firmen zusätzlich zu Anschreiben und Lebenslauf häufig standardisierte Bewerbungsformulare. Diese beinhalten klassische Fragen wie etwa “Wann waren sie in einer Situation besonders erfolgreich” und eignen sich hervorragend zur Vorbereitung auf die Bewerbungsgespräche.

Das ebenfalls schon erwähnte Interesse britischer Unternehmen an der Persönlichkeit des Bewerbers lässt Aktivitäten neben dem Studium wie z. B. verantwortungsvolle Positionen in Organisationen auf jeden Fall zu einem Thema des Interviews werden.


Das Notensystem in Großbritannien

Geben Sie in der englischen Bewerbung auf jeden Fall korrekt übersetzte deutsche Noten an. Das englische Notensystem beruht auf einem Punktesystem und ist sechsstufig. Bestimmte Punktzahlen führen zu einer Einstufung in verschiedene classes, aus denen der den Abschluss begleitende Grad hervorgeht. Die einzelnen “Noten”stufen mit den dazugehörigen Punktzahlen, den Graden und den deutschen Entsprechungen sind:

CLASS PUNKTE GRAD DT. NOTE
first class (76-100; 70-75) first honours degree sehr gut
upper second class (67-69; 63-66; 60-62) upper second honours degree gut
lower second class (57-69; 53-56; 50-52) lower second honours degree gut
third class (46-49; 40-45) third honours degree befriedigend
pass ausreichend
fail ungenügend

Nach der Bewerbung – Wie geht es weiter?

Anders als es in Deutschland üblich ist, sollten Sie in Großbritannien nach dem Versenden Ihrer Bewerbungsunterlagen keineswegs auf eine Antwort des Unternehmens warten, sondern immer wieder eigenständig nachhaken und sich höflich, aber bestimmt nach dem Status Ihrer Bewerbung sowie nach eventuellen Unklarheiten erkundigen. Damit hinterlassen Sie beim zuständigen Personaler eine bleibende Erinnerung und zeigen Interesse.

Nach erfolgreicher Bewerbung folgt in der Regel wie in Deutschland das Vorstellungsgespräch (Interview). Auch wenn Sie dieses erfolgreich gemeistert haben, sollten Sie nicht untätig bleiben, sondern sich in einem so genannten thank-you-letter für das nette Gespräch oder den guten Informationsaustausch bedanken.

Im Falle einer Zusage des Unternehmens setzen Sie ein Annahmeschreiben auf, in welchem Sie sich bedanken. Sie können hier natürlich auch Ihrer Freude Ausdruck verleihen. Sollten Sie das Interesse an der Stelle jedoch bereits verloren haben, so teilen Sie auch das dem Unternehmen bitte im Rahmen eines Ablehnungsschreibens höflich mit. Das ist auch in Deutschland nicht unüblich.

Arbeiten in Großbritannien: Rechtliches

Jeder EU-Bürger erhält mit seiner Einreise in Großbritannien automatisch eine für sechs Monate gültige Aufenthaltsgenehmigung, die problemlos um fünf Jahre verlängert werden kann; Arbeitssuchende aus Deutschland haben in Großbritannien generell den gleichen Status und somit auch die gleichen Rechte wie Einheimische.

WICHTIG: Nach dem Austrittgesuch Großbritanniens aus der Europäischen Union sind hier wahrscheinlich andere Regelungen zu beachten, sobald der Austritt vollzogen ist.

Niedrigeres Eintrittsalter

Deutsche Bewerber haben bei der Bewerbung in Großbritannien oft einen sehr hohen Erklärungsbedarf bezüglich ihres Alters: Da britische Bewerber nach Erlangen des Bachelors in der Regel mit 21 oder 22 Jahren ins Berufsleben eintreten, sollten deutsche Bewerber deutlich herausstellen, dass das deutsche Diplom eher einem Master’s degree, also einem postgraduate-Studium entspricht. Zusätzlich ist es für britische Arbeitgeber interessant zu wissen, dass die in Deutschland üblichen studienbegleitenden Jobs eine gewisse Berufs- und Lebenserfahrung seitens der Kandidaten erwarten lassen.

Da der Bachelor in Großbritannien als eine eher allgemeine Qualifikation angesehen wird, ist der Quereinstieg, d.h. der Einstieg in einem völlig fachfremden Bereich, durchaus üblich.

Sprachkenntnisse erwünscht

Beim Finden eines Arbeitsplatzes in Großbritannien darf die Kenntnis mehrerer Sprachen als entscheidender Vorteil angesehen werden, da ein Großteil der Briten andere Sprachen nur unzureichend spricht. Insbesondere die deutsche Sprache verschafft diesbezüglich Pluspunkte, da in Großbritannien verstärktes Interesse am Ausbau der Exportanteile nach Deutschland besteht.

Gegenüber ausländischen Arbeitnehmern sind britische Unternehmen sehr offen eingestellt, so dass bei der Bewerbung keine besonderen Hindernisse zu überwinden sind.

Enge soziale Kontakte

In Großbritannien sind die sozialen Kontakte am Arbeitsplatz meist relativ eng. Berufs- und Privatleben erfahren nicht dieselbe Trennung wie in Deutschland, so dass die Kollegen auch in der Freizeit viel miteinander unternehmen oder gemeinsame Kurzurlaube verbringen. Ebenso üblich ist die Anrede auch von Vorgesetzten mit dem Vornamen.


Das Gehalt in Großbritannien

Die durchschnittlichen Einstiegsgehälter für Hochschulabsolventen liegen in Großbritannien zum Teil deutlich unter denen in Deutschland, wobei sich die im Vergleich zu Deutschland geringen Steuern auf das Nettogehalt positiv auswirken. Gehälter werden üblicherweise nicht am vorher gezahlten Gehalt bemessen, sondern über das Anspruchsniveau der Stelle bestimmt. Ist das Gehalt in der Stellenanzeige bereits angegeben, besteht darüber meist keine Verhandlungsmöglichkeit mehr; aushandeln lassen sich dann „nur“ noch die in England meist zahlreichen Zusatzleistungen wie beispielsweise ein Firmenwagen.



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